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Gewitter - Ein Naturphänomen   Entstehung des Gewitters

In Deutschland stellen Gewitter an durch- schnittlich 10 bis 35 Tagen eine Gefahr für bauliche Anlagen, energie- und informations- technische Systeme und für Menschen dar. In den letzten Jahren ist eine zunehmende Anzahl schwerer Blitzunfälle mit Verletzungen bis hin zu Toten zu verzeichnen.

Um kein unnötiges Risiko einzugehen, ist es wichtig entstehende Gewitter rechtzeitig zu erkennen, deren Auswirkungen zu verstehen und sich in der Gefahrensituation richtig zu verhalten.


Gewitter entstehen häufig an schwülen Sommertagen. Feutwarme Luftmassen steigen auf, dehnen sich aus und kühlen dabei ab. Ist der Taupunkt bei einer bestimmten Höhe erreicht, kondensiert die mitgeführte Feutigkeit. Es bilden sich die typischen Cumuluswolken. Die kräftigen Aufwinde verursachen am Boden Unterdrücke, in die starke Winde einströmen. In den oberen Luftschichten bilden sich durch Ladungstrennungen gewaltige Potentialdifferenzen, die sich in Form eines Gewitters entladen. Eine imposante Begleiterscheinung ist der Donner, der bei der schlagartigen Erwärmung der Luft im Blitzkanal entsteht. Da der Schall sich mit ca. 300 m/s ausbreitet, erhält man die Entfernung eines Gewitters in Metern recht einfach, in dem man die Dauer zwischen der Lichterscheinung (Blitz) und dem hörbaren Donner in Sekunden mit dreihundert multipliziert.

Bei einem Gewitter sind Personen verschiedenen direkten bzw. indirekten Gefährdungen ausgesetzt.
 
DIREKT Direkter Blitzschlag
Wenn Personen sich bei Gewittertätigkeit im Freien aufhalten, besteht die treibt.Gefahr direkt vom Blitz getroffen zu werden. In solchen Fällen fließt ein hoher Blitzstrom durch den menschlichen Körper.
INDIREKT Blitzüberschlag
Der Blitz kann nach einem Einschlag in natürliche Bestandteile, z.B. in Bäume oder Masten,  auf nahestehende Personen überspringen.
Berührungs-
spannung
Beim Berühren metallener Oberflächen, z.B. Maste, Geländer oder Ableitungen greift der Mensch eine Berührungsspannung ab, die einen Blitzstrom durch den Körper
Schrittspannung
Ausgehend von der Einschlagstelle breitet sich der Blitzstrom im Erdboden in alle Richtungen aus. Aufgrund von Potentialunterschieden entstehen für Personen, die sich auf diesem Erdboden aufhalten, Schrittspannungen. Diese treiben gefährliche Ströme durch den menschlichen Körper. Im Umkreis von einigen 10 m um die Einschlagstelle ist dies lebensbedrohlich.
Brand / Explosion
Vom Blitz getroffene Objekte können sich auf Grund der extremen Wärmeentwicklung entzünden oder sogar explodieren.
 
 
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Auswirkung des Gewitters

Während die Empfindungsschwelle bei etwa ein tausendstel Joule liegt, beträgt der tödliche Grenzwert beim Menschen einige zehn Joule. Zu den bekannt gewordenen Blitzverletzungen gehören:

•  Vorübergehende Lähmungen, insbesondere der Arme und Beine
•  Gehirnschädigungen und Schäden des Zentralnervensystems
•  Seh- und Gehörstörungen sowie sonstige Schädigungen der Augen und Ohren
•  erhöhter Blutdruck, der oft über Monate anhalten kann
•  Strommarken an den Ein- und Austrittstellen des Blitzstromes
•  Verbrennungen des ersten bis dritten Grades (vor allem an den Ein- und Austrittstellen des Stromes)
•  zeitweilige Bewusstseinsstörungen
•  Bewusstlosigkeit und Atemstillstand bei Stromfluss durch das Gehirn
•  Herzstillstand oder sonstige Herzschädigungen (EKG-Veränderungen bis zu einem Jahr !)
•  Frakturen infolge von Stürzen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   
 
Verhaltensregeln

1. Richtige Einschätzung der Wetterlage

 
 

• Folgt der Donner einem Blitz nach 15 bis 20 Sekunden ist die Situation gefährlich, bei 10 Sekunden oder weniger kann ein Blitzschlag   unmittelbar auftreten:
  » Gefahrenbereich verlassen, Schutzraum (Gebäude mit Blitzschutzsystem) aufsuchen.

• Wurde eine halbe Stunde lang kein Donner mehr wahrgenommen, kann davon ausgegangen werden, dass dass Gewitter vorüberge-   zogen ist.


2. Aufhalten in festen Gebäuden bei Gewittertätigkeit

• Vermeiden von Kontakt mit metallenden Leitungen

• Keine Benutzung netzbetriebener, elektrischer Geräte. Dies umfasst sowohl energie- als auch informationstechnische Geräte (z.B.    Mikrowelle und Telefon).
• Trennen aller energie- und informationstechnischen Verbindungen bei Gebäuden ohne vollständigem Blitzschutzsystem
.

3. Verhalten im Freien

• Nicht den höchsten Punkt im Gelände bilden und sich von Hochspannungsfreileitungen / -masten, Antennen, Metallzäunen und Gittern    fernhalten.
• Innerhalb von Gruppen einen Personenabstand von ca. 0,5 m zu anderen Personen einhalten
• Hockhaltung einnehmen mit geschlossenen Füßen und mit beiden Armen Knie umfassen. Nicht auf den Boden legen oder an Wände    lehnen !
• In Scheunen, Holz- oder Steinhütten ohne Blitzschutzsystem in der Mitte des Gebäudes aufhalten und ebenfalls Hockstellung einnehmen.
• Nach Möglichkeit das Innere eines Waldes aufsuchen mit gleichmäßig hohem Baumbestand. Jedoch Waldränder und besonders hohe    Bäume meiden. Einen Mindestabstand zu Stämmen und Astspitzen von 3 m einhalten und die Hockstellung einnehmen.

Mit einem sorgfältig geplanten und fachgerecht montierten sowie gewarteten Blitzschutzsystem sind Sie auf der sicheren Seite !

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Wer ist eigentlich Blitzschutz-Fachkraft?

Als Blitzschutz-Fachkraft wird bezeichnet, wer aufgrund seiner fachlichen Ausbildung, Kenntnisse und Erfahrungen sowie Kenntnis der einschlägigen Normen Blitzschutzsysteme planen, errichten oder prüfen kann. Die Fachgebiete Planung, Prüfung und Errichtung erfordern unterschiedliche Fähigkeiten.
Eine Blitzschutz-Fachkraft muss sich laufend über die örtlich geltenden baurechtlichen Vorschriften und die einschlägigen, allgemein anerkannten Regeln der Technik informieren. Der Nachweis kann durch die regelmäßige Teinahme an nationalen Weiterbidungs- maßnahmen geführt werden. Gemeint sind Maßnahmen, die von anerkannten Schulungsstätten durchgeführt werden. Eine Weiterbil- dungsmaßnahme zur VDB zertifizierten Blitzschutz-Fachkraft bietet der Verband Deutscher Blitzschutzfirmen e.V. an. Weitere Weiter- bildungsmaßnahmen mit Abschlusszertifikat bieten Organisationen wie beispielsweise der VDE/ABB (Ausschluss für Blitzschutz und Blitzforschung) sowie die VdS Schadenverhütung an. Seminare, die von Firmen durchgeführt werden, zählen nicht zu nationalen Weiterbildungsmaßnahmen im Sinne der Norm, da hier i.d.R. kommerzielle Interessen im Vordergrund stehen. Zu dieser Gruppe gehören z.B. Hersteller, Großhändler oder Errichter-Unternehmen.
Die Blitzschutz-Fachkraft verfügt über eine mehrjährige Berufserfahrung und zeitnahe berufliche Tätigkeiten im Bereich des Blitzschutzes. Als mehrjährige Berufserfahrung wird eine mindestens dreijährige Tätigkeit im Bereich Blitzschutz angesehen. Diese Tätigkeit muss den beruflichen Schwerpunkt bilden. Zum Beispiel zählt die dreieinhalbjährige Ausbildung zum Elektroinstallateur ebenso wenig wie die beiläufige Errichtung von Blitzschutzsystemen durch einen Dachdecker als Berufserfahrung in diesem Sinne. Zeitnah bedeutet, dass diese Tätigkeit innerhalb der letzten fünf Jahre ausgeübt wurde. Die ständige Weiterbildung ist eine wesentliche Forderung. Diese sollte mindestens alle zwei Jahre stattfinden.
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